Was heisst Nesenbach

 

Nesenbach

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Nesenbach – Wikipedia

Nesenbach

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Nesenbach
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Im Südwesten von StuttgartVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Länge 12,8 km Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
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Nesenbach ist der Name eines kleinen Baches, der die Talmulde eingeschnitten hat, in der sich die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart entwickelt hat. Der Bach durchquerte die Stadt von Südwest nach Nordost, ist jedoch heute auf ganzer Länge durch den gleichnamigen Hauptsammler der Stuttgarter Mischkanalisation ersetzt. Der ursprüngliche Bachlauf ist lediglich auf circa ein Kilometer Länge zwischen den Stadtteilen Kaltental und Heslach, wo die geschlossene Bebauung der Kernstadt beginnt, renaturiert. Dieser zur Unterscheidung vom Hauptsammler als Stadtbach Nesenbach bezeichnete Lauf wird jedoch nicht mehr durch die Nesenbachquelle gespeist, sondern nur durch kleinere lokale Zuläufe, und fließt dann ebenfalls dem Hauptsammler zu. Die Ziergewässer entlang des früheren Bachlaufs im unterhalb der Kernstadt gelegenen Schlossgarten werden dagegen aus der Trinkwasserversorgung gespeist. Wegen der damit verbundenen Kosten wird hier nur die Verdunstung und Versickerung ausgeglichen.

Im Zuge der Errichtung von Stuttgart 21 ist für das Jahr 2014 geplant, Wasser hoher Qualität aus den früheren Zuflüssen des Nesenbachs durch separate Leitungen innerhalb des Hauptsammlers dem Unteren Schlossgarten zuzuführen. Von dessen oberem Ende aus soll der Nesenbach dann mit einem Abfluss von 15 bis 20 l/s wieder bis zum Neckar fließen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung

Weder von der Länge noch von der normalen Wasserführung oder dem Einzugsgebiet her hat der Bach eine besondere Bedeutung. Er entspringt im Stadtbezirk Vaihingen und hat auf seinem 12,8 km langen Lauf durch das Nesenbachtal ein Gefälle von 240 m.

Der Nesenbach spielte trotz einiger verheerender Hochwasser nie eine entscheidende Rolle für die Gewerbeentwicklung der Stadt Stuttgart. Dafür war er Jahrhunderte lang ein wichtiger Trinkwasserlieferant, aber mit jeder neu gefassten Quelle wurde dem Nesenbach immer mehr Wasser in seinem Oberlauf entzogen. Den Müllern fehlte deshalb das Wasser für ihre Wasserräder. Deren Beschwerde ist es unter anderem zu verdanken, dass im Jahr 1566 der Pfaffensee mit dem Christophstollen als Abfluss in der Heidenklinge angelegt wurde. Die Anlage der Seen am Katzenbach und Steinbach im Jahr 1812, des Bärensees und des Neuen Sees (1833) im Quellgebiet der Glems sorgten für mehr Nutzwasserzufluss in den Nesenbach.

Vermutlich ist die schützende Wirkung dieses engen Tals der Grund dafür, dass sich trotz der an sich ungünstigen Topographie die Residenz- und spätere Großstadt entwickeln konnte.

Vielfältig war der Nutzen des Nesenbachs für die Bevölkerung: Er lieferte das Wasser zum Waschen, Reinigen, Gießen, zum Tränken und Schwemmen des Viehs, für viele handwerkliche Tätigkeiten, zum Abschwemmen des Unrats und selbstverständlich auch das Löschwasser.

Erhebliche Hochwasserschäden richtete der Nesenbach immer dann an, wenn bei heftigem Gewitterregen die Wassermassen von den steilen Hanggebieten ins Tal strömten. Innerhalb weniger Minuten konnte die normale Wasserführung von 20 bis 100 l/s auf 60 bis 100 m³/s, also bis zum Tausendfachen anschwellen.

Aktuelle archäologische Ausgrabungen (2008) im ehemaligen Württembergischen Weinkeller des Alten Schlosses deuten darauf hin, dass die äußere Schutzmauer des Vorgängerbauwerks während eines Hochwassers durch Unterspülung eingestürzt war. Beim Wiederaufbau wurden die neuen Mauerzüge um 45 Grad gedreht, so dass sie nun parallel zum Bachverlauf lagen.

Da der Nesenbach im Laufe der Zeit immer mehr verschmutzte, wurde er in zunehmendem Maße überwölbt und vollständig eingedolt. In dieser Form dient er heute als Regen- und Abwasserkanal, der nicht mehr bei Berg in den Neckar mündet, sondern dessen Wasser der Kläranlage Mühlhausen zugeführt wird. Der Nesenbach fließt als Kanal unter dem Kaufhaus Breuninger am Stuttgarter Marktplatz. Zwischen den beiden Teilgebäuden Mittelbau und Hochhaus muss man ihn mittels zweier Rolltreppen im Untergeschoss unterqueren. Bis in die 1980er Jahre waren an dieser Stelle zwei Aquarien angebracht.

Nesenbachviadukte

Des Weiteren unterquert der Nesenbachkanal auch das Carl-Zeiss-Planetarium in Stuttgart, wenige Meter von der Grube für den Projektor entfernt.

[Bearbeiten] Brücken

Bemerkenswerte Bauwerke sind zwei zwischen Vaihingen und Kaltental das Nesenbachtal überspannende Viadukte: die Ortsumfahrung von Vaihingen (Nord-Süd-Straße) sowie die Gäubahnbrücke.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ulrich Gohl: Der Nesenbach – Geheimnis unter Stuttgarts Straßen. Silberburg-Verlag, Tübingen 2002, ISBN 3-87407-528-1.

[Bearbeiten] Weblinks

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