Linz-Donawitz-Verfahren
Das Linz-Donawitz-Verfahren (LD-Verfahren, engl. BOP Basic Oxygen Process) ist ein Sauerstoffblasverfahren zum Frischen, also zur Stahlerzeugung durch Umwandlung von kohlenstoffreichem Roheisen in kohlenstoffarmen Stahl.
Mit dem LD-Verfahren werden ca. zwei Drittel[1] der Weltrohstahlproduktion hergestellt. Stahlwerke nach diesem Verfahren werden heute von der Siemens VAI vertrieben und errichtet. Beim LD-Verfahren wird ein Konverter, der so genannte LD-Konverter, mit flüssigem Roheisen und einem Kühlmittel (Schrott oder Eisenschwamm) beschickt. Danach wird durch eine ausfahrbare wassergekühlte Lanze reiner Sauerstoff auf die Eisenschmelze geblasen.
Die heftig einsetzende Verbrennung (Oxidation) der Eisenbegleiter sorgt für eine Durchwirbelung der Schmelze. Zur besseren Durchmischung wird Argon durch Düsen im Boden eingeblasen. Die Argonblasen nehmen den in der Schmelze gelösten Wasserstoff (Rucksackverfahren) auf, was die Bildung sogenannter Wasserstofffallen im späteren Werkstück verhindern soll. Während des Frischprozesses nehmen die Gehalte von Kohlenstoff, Silizium, Mangan und Phosphor stetig ab. Die Blasdauer beträgt zwischen 10 und 20 Minuten und wird so gewählt, dass die gewünschte Entkohlung und die Verbrennung der unerwünschten Beimengungen erreicht wird. Die verbrannten Eisenbegleiter entweichen als Gase oder werden durch jetzt zugesetzten Kalk in der flüssigen Schlacke gebunden.
Je nach Art des zu erzeugenden Stahls können am Ende des Frischens auch Legierungsstoffe zugesetzt werden. Erst wird das Stahlbad mit einer Temperatur von mehr als 1600 °C bis heute möglichen 1750 °C durch das Abstichloch in eine Pfanne abgestochen, danach wird die Schlacke über den Konverterrand abgegossen. Das Stahlbad wird einer sekundärmetallurgischen Behandlung zugeführt.
Die maximale Konvertergröße ist 380 t (ThyssenKrupp Stahl, Duisburg-Bruckhausen).
[Bearbeiten] Entstehung des Verfahrens
Das LD-Verfahren wurde in Österreich im Juni 1949 bei der VÖEST entwickelt. Die Versuche in einem 2,5-t-Konverter dauerten vom 3. bis zum 25. Juni, als sich schließlich unter der technischen Leitung von Theodor Eduard Suess und Otwin Cuscoleca ein Erfolg einstellte. Es löste das vorher übliche Siemens-Martin-Verfahren und Thomas-Verfahren ab. Am 15. Dezember 1950 wurde das Patent angemeldet. Ab 1952 begann dann die industrielle Nutzung.
Die Herkunft der Abkürzung LD hat mehrere Väter. Heute wird sie meist von den Produktionsstandorten Linz und Donawitz abgeleitet, an denen das Verfahren zur Produktionsreife gebracht wurde. Eine alte Bezeichnung ist auch "Linz Düsenstahl" da der Sauerstoff über spezielle hitzeunempfindliche Düsen eingeblasen wird[2]. Eine andere mögliche Herkunft stellt Linz-Durrer dar; Robert Durrer war ein beteiligter Schweizer Metallurg.
[Bearbeiten] Weblinks
- Bericht zur Entstehung des LD Verfahrens bei oö-Geschichte
- expedition voestalpine: Linz & Donawitz – ein Verfahren schreibt Geschichte
- LD (BOF) Steelmaking Solutions
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ LD-Verfahren erobert die Welt in Oberösterreichische Nachrichten
- ↑ Namensherkunft des Verfahrens laut AEIOU Österreich-Lexikon
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